Als „Hochsensible“ in einer Zeit geboren, wo es weder diesen Begriff noch eine Schublade wie z.B. ADHS dafür gab, stellten sich an die Menschen in meinem Lebensumfeld, insbesondere an meine Mutter große Herausforderungen. Als drittes von vier Kindern in der damaligen DDR geboren war ich anders als die beiden älteren Schwestern, anders als mein 4 Jahre jüngerer Bruder, anders als all die anderen Kinder im Freundes- und Familienkreis – anstrengender, schwer zu lenken.

Meine Eltern und das Umfeld konnten nicht wissen oder erkennen, dass ich Unwahrhaftigkeiten oder gar Unehrlichkeiten ebenso wahrnahm wie Dinge, die Andere nicht sehen oder spüren konnten. Viele Signale und Reize konnte ich nicht filtern und reagierte deshalb oft heftig und unverständlich für meine Umgebung. Auch ärztliche Untersuchungen konnten keine Ursache oder Abhilfe finden. Und wenn ich doch von Dingen und Wesen erzählte, die ich sah, wurden sie mir ausgeredet.

Doch bis ich das verstand sollten Jahrzehnte vergehen. Für mich selbst war es in Kindheit und Jugend halt so wie es war, da ich es nicht anders kannte. So hinterfragte ich auch nicht, wieso ich einerseits sehr gern mit mir allein war (und doch nicht allein) und gleichzeitig sehr viel draußen war, weit weg, möglichst den Kontakt zu Erwachsenen meidend, von denen ich mich fast ausschließlich unverstanden und gegängelt fühlte. Spürend, dass ich anders sein sollte als ich eben war, begann ich sehr früh mich anzupassen. Letztendlich wurde dadurch alles nur schlimmer, ich entwickelte „Ticks“ und war irgendwann so verbogen, dass ich mir selbst nicht mehr nah war und mir mein natürliches, jedem Menschen angeborenes Selbstbewusstsein völlig  abhanden gekommen war.

 

Mit einem Seelenschutzpanzer gut gerüstet peppte ich diesen in der Pubertät und jungem Erwachsenenalter noch mit dicken Stacheln auf, um mich einerseits vor unangenehmen Einflüssen abzuschotten und zugleich Angriff als Abwehrmaßnahme einzusetzen und verlor damit jeglichen Zugang zu meinen Gaben.

Ohne mir all dessen bewusst zu sein, ging ich durch mein Leben, bekam drei wundervolle Kinder und ging in der Erziehung dieser auf. Dies war ein Bereich, der mir einfach nur so von der Hand ging und ich nutzte lange die Möglichkeiten, meine Kinder daheim zu begleiten.

Im Jahr 2006 fiel ich durch ein dramatisches Ereignis in eine tiefe Lebenskrise und mein Aufwachprozess begann. Ein starkes Erlebnis stellte mein atheistisch geprägtes Weltbild auf den Kopf und von da an begegneten mir auf wundersame Weise verschiedenste Möglichkeiten und Wege und ich entdeckte meine Liebe zur Spiritualität. Mein Weg zur Selbsterkenntnis begann und mit diesem zeigten sich nach und nach meine persönlichen Gaben und ich entdeckte meine Stärke, die verschiedensten Bereiche miteinander zu verbinden und als ein Ganzes zu betrachten.

Ich konnte den Sinn meines eigenen Weges erkennen und die Sinnhaftigkeit und Logik aller anderen Wege, so dass Urteil und Wertung immer weniger wurden, da ich ja begriff, dass all dies was ich im Gegenüber sehe, sehr viel mit MIR SELBST zu tun hat. Durch diese Einsicht habe ich eine so große Liebe für die Menschen entwickelt, die mich befähigt, das wahrzunehmen was hinter ihren Geschichten liegt um ihnen damit Wege zu ihrem wahren Wesen zu eröffnen um ihr Potential zu erkennen.

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