Verrückt?
- 6. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Feb.
Zu viel… VIEL zu viel… …war ich wohl einst als Kind,
zu viel, zu wild, zu frech, zu widerständig.
Noch immer, doch auch immer klarer zeigen sich Prägungen der Kindheit, die mir einst dienten und
die Muster erzeugten in meinem Auftreten, Handeln, Nichthandeln, Sosein… wie ich eben war und bin.
Welch riesige Anpassungsleistung das „Kindheits-Ich“ da einst geleistet hat! Da habe ich große Achtung vor.

Ich bin kein Kind mehr und ausgediente Muster stehen im Weg. Irgendwann hatte ich mich auf die bewusste Reise gemacht, die zu werden, die ich wahrhaftig bin. Es ist unglaublich lohnenswert, mit einem gewissen Abstand rückblickend zu schauen, wie sich dieser Weg entfaltete und wie ich auf diesem Pfad heute von immer mehr Freude begleitet werde. Dies war nicht immer so, doch der Wille diesen Weg weiterzugehen war immer klar und ist so selbstverständlich und zugleich sanft geworden. Es ist mehr ein Fließen als ein Tun, auch wenn es Dinge gibt und mitunter Handlungen erfordert, welche manchmal ganz schön herausfordernd zu sein scheinen. Hilfreich sind mir dabei meine „geistigen Werkzeuge“ wie z.B. die Praktiken von "Ein Kurs in Wundern", "Loslassen" (Hawkins) und "Ehrliches Mitteilen"(Gopal). Doch auch Begebenheiten und Begegnungen. Manche zeigen sich nur ganz kurz, scheinbar zufällig, andere wiederholt oder andauernd. Letztlich kann ich wirklich JEDE Begegnung und Begebenheit nutzen, um zu erkennen und dann alles loszulassen, was ich nicht bin. Ob es ein harmloses oder krasses Ereignis ist – es spielt keine Rolle, wenn die Lektionen als solche erkannt und die „Hausaufgaben“ gemacht werden.
So wurde mir vor Kurzem im Nachklang von EM-Praxis deutlich, wie sehr ich mich selbst noch immer zurückhalte in meinem Sein. Ich erlebte eine Situation, die mich eigentlich hätte zum Lachen bringen müssen und ganz tief innerlich kicherte auch diese Unschuld in mir. Auch im Nachhinein könnte ich heute noch bei diesem Gedanken daran abfeiern, doch NOCH gefangen reagierte ich in alten Mustern: Ein Teilnehmer machte etwas, was während des "EM"ein Tabu ist. Was passierte war, dass ich fast erstarrte und dann Ärger äußerte im "EM-Sprech". Erst einen Tag später wurde mir reflektierend klar, was in mir ablief und da FÜR mich aufgezeigt wurde und ich nehme es dankbar als Geschenk an. Auch ärgerte ich mich ein wenig über meine Reaktion, eine veranlassende Maßnahme geäußert zu haben. Irgendetwas in mir wusste, dass dies nicht die Wahrheit war.
Wie sehr halte ich mich NOCH immer zurück? Was wiegt mehr – Regeln oder Sein? Warum konnte ich nicht einfach loslassen – die Situation war WIRKLICH witzig. Warum unterlag ich unbewusst der Angst?
Und ja, es gibt Erklärungen dafür.
Oh wie sehr war ich einst zu viel! Meine Umgebung kam einfach nicht klar mit meiner Wildheit und später (schon verbogen und gebrochen) meiner Sturheit. Auch mein Lachen war oft einfach zu viel und zu unpassend? So hatte ich es geschafft, mich irgendwie anzupassen. Meine Wildheit wurde oft nicht ertragen und mein Widerstand erzeugte Folgen von Machtdemonstration. Wütend und gebrochen gab es dann Tränen. Irgendwie „retteten“ die mich dann auch, denn ich wurde in Ruhe gelassen und musste nicht mehr irgendwie anders sein ...außer voller wütender Trauer und trauernder Wut bis zur vollkommenden Erschöpfung.
Es ist VORBEI
Die Muster werden sichtbar und durch ihr Erscheinen können sie verabschiedet werden. Hat es dies gebraucht um zu wachsen? Wie viel von diesem oder anderem Schrott habe ich an meine eigenen Kinder unbewusst weitergegeben? Dieser Gedanke erzeugt Unbehaglichkeit in mir und Schuldgedanken tauchen auf. Doch so wie ich meinen Vorfahren vergebe, dass ich durch dieses Nadelöhr musste, da diese nur so und nach bestem Wissen und Gewissen handeln konnten, so vergebe ich auch mir selbst.
Und wie das oft so ist, wird erst ein Zipfel erreicht, folgen andere Situationen, die noch mehr Klarheit bringen. Ich bin einfach sowas von dankbar, für jede offenbarte Unechtheit in meinem Sosein und in allen Spiegelungen und teile diese gern, da ich weiß, dass ich damit nicht allein bin und auch Andere sich darin erkennen können.

Ich lache unglaublich viel und zunehmend in den letzten Monaten und Wochen. Über Erinnerungen an „schräge“ Situationen, über „falsch“ begangene Handlungen, über scheinbar übertretene Grenzen und nicht zuletzt über meinen eigenen Mut. Doch vor allem über mich selbst. Es schaut ganz so aus, als würde die Freude ganz bei mir sein. Und manchmal beobachte ich mich dabei, wie ich mich noch zurück halte und erkenne dann oder später, dass da noch der Gedanke ist, dass ich den Anderen damit zu viel sein könnte, vielleicht sogar als verrückt gelten könnte… oh jaaa… ver-rückt… zurück verrückt Stück für Stück in mein wahres Ich, von dem ich nie getrennt war und welches ich immer war, bin und sein werde, nun mehr und mehr verkörpert.
DANKBAR
Arijana, am 07.02.2026

Liebe Arjana,
danke für den Artikel!
Beim Lesen fühlte liefen die Tränen und ein Gefühl der Zuversicht machte sich breit.🙏
Liebe Arijana, ganz spontan taucht in mir die Lust zum Lachen auf , das Lachen selbst bricht direkt aus mir heraus.
Ich bin voller Freude.
Danke für Dein Teilen.
Sharchen am 8.2.26
Danke Arijana,
für diesen berührenden, authentischen und zugleich Mut machenden Beitrag!
Es unterstützt und inspiriert, so wie auch mich gerade mit Sicherheit viele andere Menschen mehr und mehr in die (Selbst)Vergebung, das Annehmen und Loslassen von Schuldgedanken, dem Gefühl der Wertlosigkeit und falsch, nicht richtig und vor allem zuviel zu sein, so wie ICH authentisch Freude BIN.
Alles Liebe
Was für ein wunderbarer und mutmachender Text, liebe Arijana. Danke, danke, danke 🙏🏻